Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Guten Morgen Österreich

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Jedermanns Juden". Die Direktorin des Jüdischen Museum Wien, Danielle Spera, erzählt über jüdische Protagonist/innen in der hundertjährigen Geschichte der Salzburger Festspiele 1920 wurden die Salzburger Festspiele als katholisch-neobarockes Spektakel gegründet, doch gerade viele Wiener Jüdinnen und Juden förderten hier die Wiederbelebung des Österreich-Gedankens auf der Bühne. Neben der erwarteten Tradition fand sich auch überraschend viel Avantgarde auf dem Programmzettel, sogar ein Werk von Arnold Schönberg wurde 1928 aufgeführt. Während des Austrofaschismus erfolgte eine Politisierung, da sich Österreich als besserer deutscher Staat präsentieren wollte. 1938 schließlich wurden die Festspiele im Sinne der "Rassentheorie" der Nazis ideologisch uminterpretiert, Jüdinnen und Juden waren nicht mehr erwünscht und wurden vertrieben. In der Nachkriegszeit fanden sich nur wenige jüdische Protagonisten und Protagonistinnen unter den Regisseuren und Darstellern. Dazu ist eine Ausstellung im Jüdischen Museum Wien geplant. Im Zentrum der von Marcus G. Patka und Sabine Fellner kuratierten Ausstellung stehen einige noch nie gezeigte Objekte aus dem Nachlass von Max Reinhardt sowie vielfältige Kunstwerke, die den Aufstieg der Festspiele bis heute, sowie die Lebenswege der verschiedenen handelnden Personen, ihre Karrieren und Fluchtwege nachzeichnet. Von ihnen erzählt die Direktorin des Jüdischen Museums Wien, Danielle Spera, in ihren "Gedanken für den Tag". - Gestaltung: Alexandra Mantler

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Ulla Pilz. Von Türkisch-Österreichischem bis zum französischen Nationalfeiertag. Ist die Musik wirklich die gemeinsame Sprache aller Nationen dieser Erde, wie Khalil Gibran sagt? Wenn man den endlosen Diskurs darüber, ob Musik überhaupt eine Sprache ist, kurz beiseite lässt, stellt sich die Frage, ob das mit der gemeinsamen Sprache überhaupt erstrebenswert wäre. Denn streng genommen könnten sich dann die musikalischen Traditionen verschiedener Länder und Kulturen gar nicht mehr so schön gegenseitig beeinflussen.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Der Zoologe Walter Hödl über seine Forschungsreisen in die Tropen. Teil 2: Ein "Haustier" im Urwald Gestaltung: Renate Pliem Seit den 1970er Jahren ist Walter Hödl begeisterter Froschforscher. Seine Arbeit begann im Labor - er schrieb seine Dissertation über die Retina der Froschaugen. Doch dann der Sprung "ins kalte Wasser": ein einjähriger Forschungsaufenthalt in Amazonien. Der größte Regenwald der Erde galt als die "grüne Hölle" - Walter Hödl war der erste, der dort Froschforschung betrieb. An den "schwimmenden Wiesen" des Amazonas nahm er mit einem Tonbandgerät die Laute von 15 verschiedenen Froscharten auf und fand heraus, dass sich diese durch unterschiedliche Frequenzen unterscheiden, ähnlich wie Trägerfrequenzen bei Radiostationen. Einmal im Jahr forscht Walter Hödl mit seinen Mitarbeiter/innen in Französisch-Guyana, wo sie - mitten im Regenwald - "Haustiere" haben: kleine (quasi ungiftige) Pfeilgiftfrösche, die, durch Pfeifen angelockt, direkt zu den Menschen hüpfen und für wissenschaftliche Versuche zu Bioakustik, Territorial- oder Heimfindeverhalten zur Verfügung stehen. Auf Borneo entdeckten Walter Hödl und sein Team an rauschenden Bergbächen Winkerfrösche, die mit winkenden Bewegungen der Hinterbeine kommunizieren, da die Stimmen der Tiere in der lauten Umgebung sonst untergehen würden. Auch in Indien und Brasilien fand Walter Hödl Winkerfrösche. Auf der Suche nach Tieren mit dieser speziellen Anpassung entdeckte der Wissenschaftler in Afrika dann "Blinkerfrösche", die ihre Schallblasen als Signalgeber nützen.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - 100 Jahre Salzburger Festspiele

Eine Geschichte in 1.000 Facetten (2). Gestaltung: Nadja Kayali, Michela Schierhuber Friedensprojekt, "großes Welttheater", Weltmarke und "Zentrum der Kunst": all das und noch viel mehr sind die Salzburger Festspiele nun schon seit genau 100 Jahren. Die Idee für ein Festival von Weltrang gärte schon viele Jahre bevor am 22. August 1920 erstmals der Salzburger Domplatz zur Bühne für den "Jedermann" wird. "Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes", aus der Feder von Hugo von Hofmannsthal in einer Inszenierung von Max Reinhardt, vereint künstlerisch zwei der Gründerväter des Festivals. Der Wunsch, in der Mozartstadt seinem Genius loci regelmäßig ein künstlerisches Denkmal zu setzen, kursierte bereits seit den 1840er Jahren. Gemeinsam mit Richard Strauss, Franz Schalk und Alfred Roller wurde schließlich nach Ende des Ersten Weltkriegs die Vision eines "Wallfahrtsorts der Kunst" konkret. Nach den Gräueln der Kriegsjahre sollte die Kunst ganz bewusst zu einem - auch international - einenden Band werden. Doch der künstlerische Blick in die Vergangenheit war und ist auch immer mit einem Blick in die Gegenwart und Zukunft verbunden: schon mit Richard Strauss war zu Gründerzeiten ein zeitgenössischer Komponist prominent vertreten, Werke von Gottfried von Einem, Friedrich Cerha, Luciano Berio, Krzysztof Penderecki oder Kaija Saariaho standen und stehen auf dem Spielplan, Nachwuchsprogramme für zeitgenössische Komponist*innen, junge Regisseur*innen und Sänger*innen zähl(t)en ebenso zum umfassenden Programm der Salzburger Festspiele. Trotz, oder wohl gerade wegen der Maxime, die besten Künstlerinnen und Künstler aus jeder Sparte zu vereinen, bieten die Salzburger Festspiele wie kaum ein anderes Festival die Möglichkeit zu einem triumphalen Debut oder einem legendären Einspringen. Denn bei den Salzburger Festspielen zählen nicht nur die Dramen auf der Bühne, sondern auch jene dahinter: spätestens seit der Ära Karajan hat auch der internationale Jetset in der Mozartstadt Einzug gehalten und ist fixer Bestandteil der Berichterstattung. Ein Faktum, das manchmal das feinziselierte Programm auf "Highlights" zu beschränken versucht. Aber ein Blick in die scheinbar "unspektakulären" Konzerte und Schauspielabende rückt das Bild rasch zurecht. In ihrer 100-jährigen Geschichte sind die Salzburger Festspiele auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Stadt und Land Salzburg geworden. Gleichzeitig gelingt es den Salzburger Festspielen in ihrem hohen Anspruch an die Kunst auch das heimische Publikum in Salzburg einzubinden, nicht zuletzt durch das "Fest zur Festspieleröffnung" oder das mannigfaltige Nachwuchsprogramm, wie günstige Jugendabos. Damit ein so großes Unterfangen mit rund 200 Aufführungen in knapp 40 Tagen sicher über die Bühne gehen kann, bedarf es vieler kleiner Rädchen, die ineinandergreifen, um das große Ganze - also das "Große Welttheater" - bilden zu können. Im Scheinwerferlicht steht also nicht nur die Festspielgeschichte auf der Bühne, sondern auch die 1.000 Facetten dahinter.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Intensivmedizin

In der Blackbox (2). Gestaltung: Christina Höfferer In der Coronakrise war Italien der erste europäische Intensivpatient. Damit rückte ein Thema ins Blickfeld, das sonst kaum in den Schlagzeilen auftaucht. Die Intensivmedizin ist eine Blackbox. Wenige kommen hinein, viele kommen nicht mehr heraus aus Stationen, die mit höchster Technik ausgerüstet sind und speziellstes Know How bieten. Was passiert in den Intensivstationen? Wie sind sie organisiert, wie ausgestattet? Höchst unterschiedlich, zeigte der europäische Vergleich aus Anlass der Coronakrise. Ausgangspunkt Südtirol: Der Gastwirt Otto Egger hat sich auf seiner Berghütte in Meran im Kundenkontakt mit Covid 19 infiziert: "Nach vier Tagen bin ich aufgewacht, und dann bin ich nicht mitgekommen, wo ich bin, ich hörte eine fremde Sprache." Otto Egger war mit dem Flugzeug aus Südtirol nach Chemnitz in Deutschland gebracht worden, wo sein Leben gerettet wurde. "Die Mitarbeiter auf der Intensivstation haben auf mich geschaut, wie wenn ich ihr Kind wäre." Elena Costantini ist Reanimationsmedizinerin im Humanitas Krankenhaus in Mailand. "Ich verbringe die meiste Zeit meines Lebens in der Intensivmedizin, ich weiss, dass wirkt bedrückend, aber für mich ist es ein Ort der Hoffnung, wo Ärzte und Pfleger in sehr schwierigen Situationen zusammenarbeiten um Leben zu retten."

09.45 Uhr
Radiokolleg - Lexikon der österreichischen Popmusik

Dorian Concept, Eela Craig, Christina Stürmer, Boris Bukowski (2). Gestaltung: Thomas Mießgang, Walter Gröbchen, Stefan Niederwieser, Al Bird Sputnik *Eela Craig* Im Januar 2017 hat das Radiokolleg eine Langzeit-Serie zur Geschichte der österreichischen Popmusik gestartet. Von Ambros bis Qualtinger, von Danzer bis Wanda wird das Leben und Werk einzelner Musiker/innen und Bands dokumentiert, ihre Bedeutung für die österreichische Musiklandschaft reflektiert und ihr Beitrag zu einer kritischen Gegenkultur gewürdigt. Wenn es je eine österreichische Entsprechung für Pink Floyd gab - als exemplarisch namhafteste internationale Band der Progressive Rock-Phase der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts -, dann heißt sie Eela Craig. Diese Band, gegründet vor ziemlich exakt einem halben Jahrhundert, existiert immer noch - wenn auch nur mehr zu besonderen Anlässen. Ein solcher Anlass war eine Feier des Bandjubiläums im Linzer Brucknerhaus im März 2020, wo ihr bekanntestes Werk - die Rockmesse "Missa Universalis" - eine Neubarbeitung samt Orchester und Chor - zur Aufführung gelangte. Insgesamt haben Eela Craig mit stark wechselnder Besetzung sechs Langspielplatten produziert. Ob ihrer Nähe zu einer Klassik-Agentur gastierten sie vorwiegend in Opernhäusern und klassischen Konzerthallen; ein umjubeltes und ob Fan-Vandalismus umstrittenes Konzert in der Votivkirche anno 1978 vor 6.000 Zusehern ist etwa Wiener Popfans eventuell noch in Erinnerung. Kopf der Band war lange Jahre der Musiker und Komponist Hubert Bognermayer, der auch zu den Miterfindern des Linzer Kunst- Technologiefestivals Ars Electronica zählte. Er entwickelte gemeinsam mit Bandmitgliedern wie Harald Zuschader und Hubert Schnauer auch eine obsessive Entdeckungsfreudigkeit für progressives elektronisches Instrumentarium - wie etwa den Fairlight CMI, den ersten Samling-Computer der modernen Musikgeschichte. Insgesamt stehen Eela Craig für ein sehr spezielles, aber innerhalb des Genres auch sehr erfolgreiches Kapitel der österreichischen Rock- und Pop-Historie. Gestaltung: Walter Gröbchen

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

mit Christoph Wagner-Trenkwitz Oscar Hammerstein II zum 125. Geburtstag Aus einer Theaterfamilie stammend, war Oscar Hammerstein II (sein Großvater war Impresario gewesen) einer der bedeutendsten Broadway-Librettisten aller Zeiten. Er schrieb Operetten mit Rudolf Friml ("Rose-Marie") und Sigmund Romberg ("Desert Song"), Musicals mit Jerome Kern (u. a. "Show Boat" mit dem unvergänglichen Schlager "Ol Man River") und textete Filmmusik für Erich Wolfgang Korngold und Dmitri Tiomkin. Auch der Musik von Johann Strauss Sohn (für den Film "Ther Great Waltz") und von Georges Bizet (für das Musical "Carmen Jones") unterlegte er eigene "lyrics". Anklang präsentiert ein "Hammerstein-ohne Rodgers-Songbook" mit Operngrößen wie Richard Tauber, Jan Kiepura, Leonard Warren, Jerry Hadley, Joyce Di Donato und Thomas Hampson.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

"Der Fliegenpalast". Von Walter Kappacher. Es liest Miguel Herz-Kestranek. Gestaltung: Karin Buttenhauser Der Roman "Der Fliegenpalast" ermöglicht eine literarische Begegnung mit Hugo von Hofmannsthal, einem der Mitbegründer der Salzburger Festspiele. Als Verfasser des "Jedermann" ist der Wiener Schriftsteller nach wie vor eine tragende Säule des Festivals, denn "Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes" wird seit 100 Jahren auf dem Salzburger Domplatz aufgeführt, und das Publikumsinteresse an diesem Programmpunkt ist ungebrochen. Schon als Jugendlicher war Hugo von Hofmannsthal mit seinen Eltern oft zur Sommerfrische im Salzkammergut und im Salzburgischen, darunter auch im einstigen Kurort Bad Fusch im Pinzgau. Dort hat Walter Kappacher auch seinen Roman "Der Fliegenpalast" angesiedelt. August 1924: um eine hartnäckige Schreibhemmung zu überwinden, kehrt der alternde Schriftsteller H. nach Fusch zurück, einem Pinzgauer Kurort, in dem er einst mit seinen Eltern Jahr für Jahr lange Sommerwochen verbracht hat. Inzwischen hat sich für H. viel verändert: sein Ruhm ist im Schwinden und ebenso seine Schaffenskraft. H. sieht seine Arbeit von allen Seiten bedroht, nicht nur von seiner labilen Gesundheit und den leisesten Störungen während des kreativen Prozesses, sondern auch durch andere Schriftsteller und Intellektuelle, die sich gegen ihn zu wenden scheinen. Und auch im abgelegenen Bad Fusch hat nach dem Krieg eine neue Zeit Einzug gehalten, und an dieser neuen Zeit vermag H. nur mehr als Beobachter teil zu nehmen. Der Roman "Der Fliegenpalast" ist vor elf Jahren erschienen und hat seinen Autor Walter Kappacher im gesamten deutschen Sprachraum hohes Renommee verschafft. Noch im Erscheinungsjahr 2009 wurde Kappacher mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet.

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1. Hugo Portisch: Wie man die Welt erklärt Gestaltung: Stephan Pokorny "Meine Geschichte folgt der Zeitgeschichte, nimmt Bedacht auf das jeweilige Geschehen in Österreich und in der Welt. So wechseln die Schauplätze meines Lebens mit den Schauplätzen des Weltgeschehens, aber auch meine jeweiligen beruflichen Aufgaben. Bei all diesen bin ich immer eines geblieben: Journalist." In diesem "Menschenbild" (Gestaltung: Johann Kneihs), das im September 2017 erstmals ausgestrahlt wurde, erzählt Hugo Portisch von seinen prägenden Jugendjahren, von seinen Reisen und Erfahrungen bei der Arbeit und der nur durch gelegentliche Buchveröffentlichungen unterbrochenen Zeit nach dem Berufsleben, vor allem in der Wahlheimat von Gertraude und Hugo Portisch, der Toskana.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Andreas Maurer. Hervé Joulain mit 17 Horn-Melodien. Der Klang wird für ihn im Bauch geboren, die Lippen sind nur eine Verbindung zwischen Körper und Instrument. Was einfach klingt, ist auf einem Instrument wie dem Horn aber nur äußerst anspruchsvoll zu verwirklichen. Eine Ausnahmeerscheinung ist hier Hervé Joulain (*1966): Mit 20 Jahren wurde er bereits Solo-Hornist des Orchestre Philharmonique de Radio France, 10 Jahre später wechselte er zum Orchestre National de France. Mit seinem samtweichen und mattgoldenen Ton widmet er sich auf seiner aktuellen CD nun originalen Horn-"Melodien" (u.a. vonSinigaglia, Glière, Strauss, Skrjabin, Freiherr von Krufft, Cherubini, d'Indy, Bernstein and Couson) und zeigt, dass das Horn mehr ist als ein Signalinstrument. Warme Tongebung und intelligente Phrasierung machen das Album aufregend, differenzierte Farbgebung und Spielfreude erheben es zum interpretatorischen Nervenkitzel. Ariana Jacob ist eine geniale Partnerin am Klavier, Seltenheitswert garantiert.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Kammermusikfest Lockenhaus 2020

Nicolas Altstaedt und Freunde. "..inniger.." (aufgenommen von 2. bis 11. Juli in der Pfarrkirche in Lockenhaus). Präsentation: Gerhard Krammer Auf dem Programm stehen Werke von Robert Schumann und Johannes Brahms, interpretiert vom Notos Quartett, Barnabás Kelemen (Violine) und Alexander Lonquich (Klavier). Die Aufnahmen entstanden in der barocken Pfarrkirche im mittelburgenländischen Lockenhaus.

15.30 Uhr
Moment

Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft. Wie ein Ehepaar und eine Tochter die Heimkehr der Männer 1945 erlebten Im Rahmen des Projektes "1945 erinnern" entstanden 2005 in Zusammenarbeit mit der Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen der Universität Wien fünf "Moment"-Sendungen über ganz persönliche Rückblicke auf das Jahr des Kriegsendes. In Teil zwei schilderten damals Trude und Albert Buschmann, wie sie das Wiedersehen und die Zeit danach erlebten. Trude Buschmann hielt bei ihrer Tochter die Erinnerung an den Vater stets aufrecht. Für Erika Pazdera war ihr Vater ein Fremder und blieb es auch. Im anschließenden Studiogespräch bringt die Historikerin Heidemarie Uhl diese Schilderungen in einen aktuellen zeitgeschichtlichen Kontext und spricht über Kriegsheimkehrer, über die viel gesprochen wurde. Und die Heimkehrer aus Konzentrationslagern, über deren Schicksal man weit weniger wissen wollte im Nachkriegs-Österreich. Gestaltung: Thomas Haunschmid Lukas Tremetsberger

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Volle Kraft voraus! Unterwegs auf dem Wasser, Teil 2: Mit dem Wind über den Attersee Rudi und der Kater sind auf dem Schlauchboot geblieben und lassen sich auf der Donau zum Schwarzen Meer treiben. Deswegen muss der Tonmeister übernehmen, obwohl er Wasser gar nicht so gerne mag. Am Attersee trifft der Tonmeister David, der gerade mit seinem Segelboot auf dem Steg anlegt. Er und seine Mutter Sylvia erzählen über ihre Faszination für den Sport. David: "Das Coolste ist, wenn man die Wellen hinunterrast, reinkracht, dann richtig schnell fliegt und alles passt." Sylvia Vogl: "Was mich am Segeln fasziniert ist, dass es so komplex ist. Man muss körperlich halbwegs fit sein und vom Wetter eine Ahnung haben, weil du vom Wind abhängig bist. Außerdem muss man die Wolken lesen können. Technisch muss man auch eine Ahnung haben - veränderst du etwas am Mast und am Segel, kann sich alles auf die Geschwindigkeit vom Boot auswirken."

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Tonspuren

Ich selbst, von außen betrachtet Geschichten vom Weggehen und Ankommen Eine Tonspuren Sommerserie Teil 2 "Ich bin der, den jeder Politiker kennt." Wie aus dem berühmten syrischen Flüchtling Omar Khir Alanam ein berühmter Steirer wurde. Feature von Claudia Gschweitl "Heimat ist eine Möglichkeit, die du erhältst", meint Omar Khir Alanam. Seit 2014 lebt der junge Syrer in Graz. Seine Flucht vor dem Assad-Regime führte ihn zunächst in den Libanon und dann in die Türkei. Mit einem Schlauchboot gelangte er nach Griechenland, mit einem Schlepper durch Serbien. Seinen Humor und seine Lebensfreude hat sich Khir Alanam immer bewahrt. Mittlerweile spricht er so gut Deutsch, dass er auch bei Poetry Slams auftritt, außerdem hat er eine Ausbildung zum Sozialbetreuer absolviert. Dass er in Österreich so freundlich aufgenommen wurde, ist für ihn keineswegs selbstverständlich. Aus diesem Grund hat er ein Buch verfasst, es trägt den schlichten Titel "Danke!". Während der Revolution in Syrien 2011 begann Omar Khir Alanam erste Texte zu verfassen. In Österreich lernte er mithilfe von Youtube-Videos Deutsch und indem er einfach Menschen auf der Straße ansprach, um das Reden zu üben. Manchmal kam es dabei auch zu unfreiwillig komischen Szenen, wenn Sätze herauskamen wie: "Können Sie mir meinen Blinddarm zeigen?". Omar Khir Alanam wohnt mit seiner Freundin, einer Grazerin, in der Innenstadt. Claudia Gschweitl hat ihn besucht.

16.45 Uhr
Das Ö1 Musiklexikon

Redaktion: Irene Suchy und Hans Georg Nicklaus

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.25 Uhr
Das Objekt der Begierde

Ein Sommer voller Museen in Österreich1 Naturhistorisches Museum Wien Das Naturhistorische Museum in seiner heutigen Form wird Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Doch seine naturwissenschaftlichen Sammlungen sind viel älter. Mitte des 18. Jahrhunderts kauft Kaiser Franz I., Stephan von Lothringen, der Mann Maria Theresias, die Sammlung eines gewissen Jean de Baillou. Dieser besitzt 30.000 Mineralien und Edelsteine - ein ordentlicher Grundstock für ein naturwissenschaftliche Museum. Nicht nur deswegen wird er zum ersten Direktor am Standort Hofburg. Seine Gesteinssammlung wird erst später inventarisiert und viele der Objekte können nicht mehr ihm direkt zugeschrieben werden. Erst Vera Hammer, Kuratorin der Mineraliensammlung, schafft es durch penible Recherchen bestimmte Edelsteine tatsächlich der Sammlung Baillou zuzuordnen. Darunter fallen etwa Achatanhänger, die in den wertvollen Tresorvitrinen im Saal 4 nun ausgestellt sind. Auch Friedrich Siebenrock, Zoologe und Schildkrötenexperte aus Schörfling am Attersee, hat zur Wende ins 20. Jahrhundert Geschichte geschrieben. Er hat die Arten von Land-, See-, Meeres- und Wüstenschildkröten erfasst und sie so kunstvoll präparieund zuklappen kann, um hinter den Schildkrötenpanzer zu blicken, ermöglichen einen Einblick in die Anatomie der Schildkröten. Silke Schweiger kuratiert die Sammlung der Amphibien und Reptilien, die einst auch Friedrich Siebenrock überhatte. +++ Naturhistorisches Museum Wien Burgring 6, 1010 Wien Objekt: Achat-Anhänger aus der Sammlung von Jean de Baillou; aufklappbarer Schildkrötenpanzer von Friedrich Siebenrock

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp. Popmusik aus dem Maghreb, Sudan und Madagaskar zwischen 1970 und 2000 Sharhabil Ahmed ist der König des "Sudanese Jazz" - wobei "Jazz" hier ziemlich weit gefasst ist: Ahmeds Aufnahmen klingen nach fröhlichem Calypso, Salsa und Rock. Rasante Beats, inspiriert von traditionellen rituellen Klängen des ländlichen Madagaskar, präsentiert Damily. Und die Disco-Liebe maghrebinischer Musiker im Exil von Lyon wird unter dem Signet "K7 Club" zusammengefasst. Das sind nur drei von unzähligen Aufnahmen afrikanischer Popmusik zwischen 1970 und 2000, zu finden auf bzw. im Vertrieb von Labels mit so wundervollen Namen wie Discomad Studio Mars (eine Firma in Antananarivo, Madagaskar), Bongo Joe (ein Plattengeschäft in Genf!), oder Habibi Funk (Berlin). Einzelkämpfer/innen am unübersehbaren Markt der Off-Mainstream-Records, veröffentlichen sie Aufnahmen, die ursprünglich (wie im Falle der Band aus Madagaskar) auf Cassetten und nur für den lokalen Bedarf produziert worden waren. Es geht hier weniger um die Spitzenqualität des Sounds, sondern um einige Beispiele vibrierender, pulsierender musikalischer Lebenslust aus den verschiedensten Ecken dieser Erde, die ohne die Hilfe von unermüdlichen Labels verschollen bliebe.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Welchen Beitrag leistet "Sound History" für die Geschichtsforschung? Mit Martin Scheutz, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien. Gestaltung: Rosemarie Burgstaller Seit rund zwanzig Jahren zeigen sich vermehrt Bemühungen um eine sogenannte "Sound history" oder eine Geschichte des Klanges, welche die traditionelle Geschichtsforschung ergänzen kann. Der boomende Forschungszweig der "Sound history" setzt sich mit dem Klang und der Geschichte des Hörens vor und nach der Edison-Revolution von ca. 1880 auseinander. Klänge, Töne, Geräusche und die daraus bezogenen Erfahrungen prägten die Zivilisationsgeschichte des Menschen mit. Vor dem breiten Aufkommen von Taschenuhren im 18. Jahrhundert waren Glocken und ihr Schlagen und das dadurch vermittelte Zeitsystem prägend für das Alltagsleben der Menschen. Die ökonomische und soziale Umgebung bestimmte das Hören mit und formte die lokale und regionale Identität. Man fühlte sich einem Glockenklang zugehörig. Die Geräuschkulisse in Stadt und Land war über die Jahrhunderte einem ständigen Transformationsprozess ausgesetzt und spiegelte die technischen Errungenschaften und das politisch-soziale Leben der Zeit wider.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Leben und arbeiten in der Schattenwirtschaft Von Caspar Dohmen Der Gikomba-Markt in Kenias Hauptstadt Nairobi ist der größte Markt für Second-Hand-Bekleidung in Ostafrika. Die Händler werden der sogenannten informellen Wirtschaft zugerechnet, also jener Ökonomie, die praktisch keiner staatlichen Regulierung unterliegt. Ihr Einkommen reicht oft nur für ein Leben auf Subsistenzniveau. Sie zahlen weder Steuern noch Sozialabgaben. Arbeits- und Sicherheitsstandards gelten hier nicht und gehandelt wird oft gefälschte Markenkleidung. Der Staat setzt hier keine Rahmenbedingungen und bekämpft das illegale Tun, oft allerdings halbherzig. Das erzeugt erhebliche Unsicherheit für die Menschen. Laut Internationaler Arbeitsorganisation arbeiten im weltweiten Schnitt heute 61 von hundert Erwerbstätigen in der informellen Ökonomie, in Afrika 85, in Asien 68, in Amerika 40 und in Europa und Zentralasien gut 25. Neue Inseln dieser informellen Ökonomie wachsen mittlerweile auch in reichen Industrieländern, wie die Sweatshops in Italien, England oder Argentinien.

19.30 Uhr
Das Ö1 Konzert

(I) Katharina Hörmann, Oboe; Maximilian Flieder, Klavier; Samuel Hasselhorn, Bariton; Helmut Deutsch, Klavier. R. Schumann: Drei Romanzen für Oboe und Klavier op. 94 * M. Ravel: Alborada del grazioso * Eugène Bozza: Fantaisie pastorale für Oboe und Klavier op. 37 * C. Saint-Saëns: Sonate für Oboe und Klavier D-Dur op. 166 * R. Schumann: Dichterliebe op. 48 (aufgenommen am 14. Juni im Gläsernen Saal des Wiener Musikvereins) * (II) Haydn Quartett. F. Schubert: Quartettsatz c-Moll D 703 * J. Haydn: Streichquartett G-Dur Hob. III/74, "Echoquartett" * Martin Kocsis: "Variation ohne Paukenschlag" * J. Haydn: Streichquartett D-Dur Hob. III/49, "Froschquartett" (aufgenommen am 15. Juni im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses in Wien). Präsentation: Andreas Maurer

21.45 Uhr
Salon Funk

Der ORF Kulturpodcast mit Clarissa Stadler und Christine Scheucher. Eine Kooperation von ORF TV Kultur und Ö1 In Elfriede Jelineks Ibiza-Stück "Schwarzwasser" verkörperte sie den Exzess einer politischen Entgleisung und bewies, dass man auch im pinken Gorilla-Kostüm Sex-Appeal versprühen kann. Diesen Sommer wird Caroline Peters die Buhlschaft auf dem Salzburger Domplatz geben. Eine Rolle mit wenig Text und hohem Erwartungsdruck.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

100 Jahre Salzburger Festspiele.Eine Geschichte in 1.000 Facetten (2). Gestaltung: Nadja Kayali, Michaela Schierhuber Intensivmedizin. In der Blackbox (2). Gestaltung: Christina Höfferer Lexikon der österreichischen Popmusik. Dorian Concept, Eela Craig, Christina Stürmer, Boris Bukowski (2). Gestaltung: Thomas Mießgang, Walter Gröbchen, Stefan Niederwieser, Al Bird Sputnik

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Ein unfreiwilliges Festivalexperiment. Wittener Tage für neue Kammermusik 2020 (2) Alljährlich Ende April bzw. Anfang Mai wird die Kleinstadt Witten im Südosten des Ruhrgebiets Hochburg der zeitgenössischen Musik. Doch 2020 blieben die Straßen und Konzerträume leer. Niemand debattierte in den Pausen über gerade Gehörtes, niemand bevölkerte Restaurants und Cafés zwischen den Konzerten. Niemand eilte durch die Stadt - von Klanginstallation zu Klanginstallation. Doch Harry Vogt, der verantwortliche Festival-Kurator des WDR und sein Team wollten das Festival nicht einfach absagen. Schließlich waren die meisten Auftragswerke längst fertig und harrten der Wittener Uraufführung. Ensembles hatten teilweise schon zu proben begonnen, als die Welt plötzlich anders wurde. Vogt griff zum Telefonhörer, schrieb unzählige Mails, skypte. Und brachte schließlich einen Großteil der Werke als Radiofestival zur Uraufführung. Nur die wenigsten Ensembles konnten tatsächlich wie gewohnt proben und aufnehmen. Doch Komponistinnen und Musiker haben unglaubliches Engagement, Ideenreichtum und Wille zum Experiment an den Tag gelegt, um die Werke zumindest teilweise zu realisieren. Da spielten die Musiker des Ensembles Nikel in drei Ländern ihre Stimmen per Clicktrack ein, eine Komponistin realisierte diffizile Instrumentalklangfarben am Computer, und der Trompeter Marco Blaauw spielte sämtliche Trompetenstimmen zweier Kompositionen alleine ein. Die Gestalterinnen und Gestalter der Festival-Sendungen führten zahlreiche Skype-Gespräche mit den Mitwirkenden. Einig sind sie sich alle: Ein spannendes Experiment, hoch lebe das Radio - und der Live-Auftritt vor Publikum und die soziale Interaktion vor Ort mit KollegInnen und Zuhörenden, auf die wir uns wohl alle schon wieder sehnlichst freuen. Die zwei "Zeit-Ton"-Sendungen mit Mitschnitten der Wittener Tage für neue Kammermusik 2020 werden also ganz besondere Festival-Radiosendungen werden. Gestaltung: Nina Polaschegg

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation und Musikauswahl: Stefanie Maderthaner dazw. 03:00 Uhr Nachrichten